Ernährungsbildung Inklusive: ACCESS Integrationsbegleitung und Sarah Wiener Stiftung bildeten Erzieherinnen und Kita-Helferinnen zu Genussbotschafterinnen aus

Dampfende Töpfe und geschäftiges Treiben in der ACCESS Küche: Am 28. Juni 2018 war viel los, denn „Ich kann kochen!“ - eine bundesweite Initiative für pädagogisches Kochen der Sarah Wiener Stiftung besuchte uns in Erlangen. Geduldig machte die Referentin Frau Schindler pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit Kita-Helferinnen aus der Region einen Tag lang fit für das Arbeiten mit Kindern in der Küche. Ganz besonders an dieser Schulung war, dass Erzieherinnen gemeinsam mit Helferinnen mit Lernschwierigkeiten in Kindertagesstätten lernten, wie sich Mädchen und Jungen für ausgewogene Ernährung begeistern lassen.

Wir setzten mit diesem speziellen Schulungstag unsere Reihe „Fit für die Kita“ fort. Von Juli 2017 bis Januar 2018 lernten acht Teilnehmende mit kognitiven Einschränkungen, die alle in Kindertagesstätten arbeiten, grundlegendes Handwerkszeug für die pädagogische Arbeit mit Kindern. Die meisten sind als hauswirtschaftliche Helferinnen in ihrer Kindertagesstätte eingestellt, aber: Wer mit Kindern arbeitet, sollte Basiskenntnisse über Entwicklung und Erziehung haben.

„Die Schulung Ich kann kochen! hat unsere Kita-Fortbildung einfach perfekt ergänzt!“ freute sich Claudia Drechsel, die bei ACCESS als Bildungscoach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Lernschwierigkeiten begleitet. Denn diese seien meist im hauswirtschaftlichen Bereich eingestellt und würden häufig Koch- und Backaktivitäten mit den Kindern begleiten. Als „Genussbotschafterinnen“ sind sie nun Expertinnen für gesundes Essen und pädagogisches Kochen.

Die Schulung Ich kann kochen! war die vorerst letzte Aktivität im Projekt Karriereplanung inklusive. Während des Projektes wurde das Bildungscoaching für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Lernschwierigkeiten entwickelt und erprobt. Erfolgreich, denn über 100 Teilnehmende aus den verschiedensten Branchen konnten im Projektzeitraum mit Hilfe von begleiteten Weiterbildungen ihre beruflichen Qualifikationen und damit auch ihre Teilhabe am Arbeitsleben verbessern.

Karriereplanung inklusive als Projekt wurde im Juni 2018 abgeschlossen – es wird aber, soviel verrät Andrea Seeger, die Geschäftsführerin von ACCESS, bereits an einem neuen Projekt gearbeitet, das die Teilhabe an Weiterbildungen und die berufliche Qualifizierung von Personen mit Lernschwierigkeiten im Fokus hat.

Das wird auch die Teilnehmerinnen der Fortbildung „Ich kann kochen!“ freuen. „Es hat riesig viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt.“ sagte eine Teilnehmerin beim Feedback. Ihr neu erworbenes Wissen wollen einige Teilnehmerinnen in ihren Arbeitsstätten gleich ausprobieren. „Wann kommen Sie wieder?“, fragte eine andere Teilnehmerin die Ernährungsberaterin. Wir hoffen, sehr bald - im Rahmen eines neuen Bildungsprojektes für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Ansprechpartnerin: Claudia Drechsel, ACCESS Integrationsbegleitung, Tel: (0911) 300 90 22, Fax: (0911) 350 64 663, Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

V.i.S.d.P.: Andrea Seeger, ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, Marthastr. 37, 90482 Nürnberg, Tel: (0911) 300 90 22.

Gelebte Inklusion: Karriereplanung Inklusive auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten

ACCESS Integrationsbegleitung veranstaltet die Tagung „Karriere inklusive“ am 30. Januar ab 15 Uhr in Kooperation mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Stolz berichtet Frau S. von der Tagung in Wien: Als Arbeits-Expertin hatte sie ihren letzten Einsatz im Ausland und referierte vor über 200 Gästen über ihre Weiterbildungserfahrungen. Dass sie das tun kann, ist alles andere als selbstverständlich, denn Frau S. sitzt im Rollstuhl und ihr fällt Lernen nicht immer so leicht. Für diesen Personenkreis bietet der Weiterbildungsmarkt äußerst wenig berufsbezogene Angebote.

Dennoch kann es gelingen, berufsbezogene Fortbildungsangebote inklusiv und barrierefrei zu gestalten. Das beweist eindrucksvoll die Bilanz aus dem vom BMAS unterstützten Projekt „Karriereplanung Inklusive“. Nürnberg ist einer von drei Praxisstandorten. Hier unterstützten die beiden Bildungscoaches der ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, Claudia Drechsel und Björn Ballbach, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei knapp 100 Weiterbildungsmaßnahmen.

An einer Weiterbildung am allgemeinen Bildungsmarkt teilnehmen – das kann eine große Hürde bedeuten, wenn der Teilnehmer, wie Herr M., Verkaufshelfer in einem Baumarkt, an einer behinderungsbedingten Lernschwäche leidet. Herr M. berichtet „Meinem Chef ist aufgefallen, dass ich fremden Personen gegenüber sehr schüchtern bin. Mein Baumarkt hat keinen extra Kurs, wie man sicher Kunden anspricht. Deswegen hat mir mein Bildungscoach einen Kurs herausgesucht. Zuerst war ich sehr unsicher, ob ich den Kurs wirkliche mache, nachdem ich aber mit einer anderen Teilnehmerin, die auch so einen Kurs gemacht hat, gesprochen habe war alles o.k.“. Nach dem Kurs hat der Bildungscoach mit Herrn M. die Inhalte des Kurses wiederholt und im direkten Umgang mit Kunden geübt. Inzwischen geht er selbstbewusster auf Kunden zu, reagiert kompetent auf deren Fragen und holt sich gegebenenfalls Hilfe durch Kolleginnen.

Die Bildungscoaches unterstützten im Projektzeitraum bei vielen verschiedenen individuellen Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Aufgaben dabei sind so unterschiedlich, wie die Menschen, die sie begleiten:  Passende Angebote finden, Referenten briefen, Unterlagen in einfache Sprache übersetzen, Inhalte vor- und nachbereiten bis hin zur Begleitung bei der Schulung selbst. Ebenso verschieden sind die Bedarfe der Teilnehmer: Verbesserung von Rechtschreibung, Erlernen eines Computerprogrammes für Lageristen, Verkaufsschulungen, spezielle Produktschulungen für Molkereiprodukte. Auch eine pädagogisch-praktische Fortbildung für Helferinnen in Kindertagesstätten gehörte dazu. Für die Reflexion und Weiterentwicklung von Sozialkompetenzen hat ACCESS im Rahmen des Projektes sogar eine eigene Weiterbildungsreihe entwickelt. Ebenfalls intern wurden „Arbeits-Expertinnen“ ausgebildet. Sie machen anderen Menschen mit Behinderung Mut für deren beruflichen Weg und referieren vor Fachpublikum.
ACCESS berichtet Ihnen bei der Veranstaltung „Karriere inklusive“ am 30. Januar ab 15:Uhr in der IHK-Akademie Nürnberg von den Projekt-Ergebnissen. Außerdem kommen wichtige Partner wie die IHK Nürnberg für Mittelfranken und das Integrationsamt zu Wort. Das Besondere an dieser Tagung: Betroffene Arbeitnehmer, engagierte Arbeitgeber und Fachleute kommen zusammen und tauschen sich darüber aus, wie inklusive Bildung gelingen kann.

Das nutzen wir für die Zukunft: Weil noch längst nicht genug erreicht ist, greifen wir den Faden auf und entwickeln an diesem Tag gemeinsam mit Ihnen, betroffenen Arbeitnehmern, engagierten Arbeitgebern, Fachleuten und Personen des öffentlichen Lebens neue, spannende Möglichkeiten für einen fairen, inklusiven Bildungsmarkt.
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung!

Ansprechpartnerin: Claudia Drechsel, ACCESS Integrationsbegleitung, Tel: (0911) 300 90 22, Fax:  (0911) 350 64 663, Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

V.i.S.d.P.: Andrea Seeger, ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, Marthastr. 37, 90482 Nürnberg, Tel:  (0911) 300 90 22.

Gelebte Inklusion: Mit Hilfe von Weiterbildung machen Menschen mit Lernschwierigkeiten Karriere

Beruflich weiterkommen, Karriere machen – wer das will, muss sich weiterbilden. Im sich immer schneller drehenden Karussell der Arbeitsanforderungen ist das oft sogar nötig, um den eigenen Arbeitsplatz zu sichern. Es gibt zwar viele Bildungsangebote, doch für Menschen mit Lernschwierigkeiten sind die Barrieren häufig unüberwindlich hoch. Bei Access helfen Bildungscoaches im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projektes Karriereplanung inklusive, Barrieren erfolgreicher Weiterbildung zu überwinden.

Aber was brauchen Menschen mit Lernschwierigkeiten, um sich erfolgreich weiterbilden zu können? Dieser Frage gingen bei der Tagung „Karriere inklusive“ am 30.01.2018 über 100 Menschen nach. Im Rahmen eines World Cafés diskutierten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer in Gruppen miteinander, und zwar ganz inklusiv: Von der Access-Inklusionsbegleitung unterstützte Beschäftigte mit Behinderung tauschten sich mit Stadträtinnen aus, Arbeitgeber sprachen mit der Vertreterin des Inklusionsamtes, Job-Coaches von Access mit Vertretern der IHK. Dabei trat ein Ergebnis ganz klar zu Tage: Menschen mit Lernschwierigkeiten brauchen bei inklusiver Weiterbildung vor allem individuelle Unterstützung, Motivation und geeignete Angebote.

Souverän setzten die Tagungsteilnehmenden im World Café um, was sie zuvor gehört hatten: Im Anschluss an die Grußworte des IHK-Präsidenten Dirk von Vopelius und des Sozialreferenten der Stadt Nürnberg, Reiner Prölß, stellte Geschäftsführerin Andrea Seeger die Weiterbildungserfolge im Rahmen des Projektes Karriereplanung inklusive vor. Ganz konkret ging es um einzelne Angebote und die Erfolge aus Sicht der Teilnehmenden. Diese wurden im Interview mit jeweils einer Teilnehmerin und einer Arbeitgeberin vertieft. Eva Didion, die Projektleiterin Inklusionskompetenz der IHK Nürnberg, erläuterte in leichter Sprache, wie die IHK Arbeitgeber bei Inklusion unterstützt. Das Inklusionsamt Mittelfranken engagiert sich in der Region sehr intensiv für Weiterbildung, beispielsweise mit Finanzierungshilfen. Frau Günzel erklärte den Anwesenden, was genau dafür erforderlich ist und welche Hilfen das Inklusionsamt insgesamt anbietet.

Bei den anschließenden Diskussionen profitierten alle Anwesenden vom Austausch miteinander – weil es ein Unterschied ist, ob ich etwas über eine Person mit Lernschwierigkeiten höre oder direkt mit ihr spreche und dabei sowohl deren Motivation als auch die Einschränkungen direkt erlebe.  „Ganz beflügelt“ waren denn auch die Tagungsteilnehmenden  am Ende der Veranstaltung – hatten doch viele von ihnen ganz konkrete Ideen für ihren eigenen Arbeitsbereich mitgenommen. Zu zahlreichenden spannenden Gesprächen und neuen Anfragen für das Bildungscoaching kam es denn auch beim anschließenden Imbiss. Für Access hieß das: „Weiter so“. Als nächster Schritt von unserer Seite wird die Sozialkompetenz-Reihe „Fit im Job“ verstetigt. Außerdem befinden sich spannende neue Projekte für die Bildung unterstützter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer derzeit in der Antragsphase.

Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt Karriereplanung inklusive läuft noch bis zum 30. Juni 2018, Auskünfte zum Projekt geben gerne die Access-Bildungscoaches Björn Ballbach und Claudia Drechsel unter Tel. 0911-3009022.
CD, 10.04.2018

Interview mit dem Referenten Herrn van Dijk zur § 43 b Jahresschulung für Alltagsbegleiter_innen bei der Frank Wagner Holding 2017

Im Rahmen des Projekts „Karriereplanung inklusive“ haben die Projektpartner Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, in bestehende berufliche Weiterbildungsangebote begleitet. Wenn bestehende Angebote nicht genutzt werden konnten, wurden eigene passende Angebote – zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen – entwickelt.
In Hamburg haben die Bildungscoache der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) zusammen mit einem Träger der Altenhilfe eine inklusive Schulung für Alltagsbegleiter_innen (sogenannte „§43b-Schulungen“) durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine verpflichtende jährliche Nachschulung für die Alltagsbegleiter_innen. Im Anschluss an die Schulung befragte Bildungscoach Achim Gösling von der HAA den Kursleiter:

Frage: Ist die § 43 b Jahresschulung vom 12./13:06.2017 als inklusive Schulung geplant und durchgeführt worden?

Antwort: Die Schulung ist als inklusive geplant worden, da alle Mitarbeiter mit Schulungsbedarf eingeladen wurden und nicht zwischen Menschen mit und ohne Handicap unterschieden wurde. Es haben 20 Mitarbeiter_innen teilgenommen. Ideal wären 15 Teilnehmer.
Durchgeführt wurde sie von mir als inklusive Schulung, da es Teilnehmer_innen mit Handicap gab.

Wie wurden die Teilnehmer_innen ausgewählt?

Es gab keine besonderen Auswahlkriterien. Angesprochen waren alle § 43 b Kräfte der Frank Wagner Holding mit Schulungsbedarf.
Darüber hinaus hatten auch Externe §43 b Kräfte die Möglichkeit an der Schulung teilzunehmen.

Wie haben Sie sich auf den Teilnehmer-innenkreis eingestellt?

Zunächst einmal sind mir die Arbeitsbereiche der §43 b Kräfte gut bekannt. Da ich mir in der Frank Wagner Holding die Tätigkeiten der § 43 b Kräfte mit Hilfe der Methodik „Teilnehmende Beobachtung“ häufig anschaue konzipiere ich die Schulungen sehr praxisbezogen. Das bedeutet, dass in der Schulung die Fragen der Teilnehmer_innen Priorität haben. Hierbei ist es unerheblich, von wem und welche Fragestellungen auftauchen. Die Fragen verstehe ich immer als Hinweis auf eine Problematik im Arbeitsalltag. So lassen sich dann gut Praxisbeispiele der Teilnehmer_innen einbauen und z. B. mit Hilfe von Rollenspielen für alle verständlich aufbereiten. Wichtig ist für mich das meine Konzentration bei den Teilnehmer_innen ist und in ihren Reaktionen ablesen kann, ob sie etwas verstehen oder nicht. Nur so kann ich auf die Bedürfnisse und unterschiedlichen Kenntnisse eingehen. Das heißt, ich passe meine Lehrinhalte nach Möglichkeit an die Bedürfnisse in der aktuellen Situation an.
Ein Vorbereitungstreffen mit den Schulungsteilnehmer_innen hat es nicht gegeben.

Welche Barrieren gibt es am Veranstaltungsort?

Die Räume sind barrierefrei.

Was nehmen Sie aus der Schulung mit, was ist gut und was weniger gut gelaufen?

Sehr wichtig ist, die Fragen mit denen die einzelnen Teilnehmer_innen kommen festzuhalten und mit ihnen zu arbeiten. Diese Fragen sind der entscheidende Hinweis auf die Arbeitsproblematiken der § 43 b Kräfte. In den Bereichen : Bewohner, Zusammenarbeit in der Einrichtung, etc. Hierbei hilft mir, dass ich als Referent täglich mit diesen Problematiken in der Frank Wagner Holding befasst bin.

War die Zusammenarbeit mit dem Bildungscoach ausreichend?

Ich hab über genug Vorinformation bezüglich der Teilnehmerinnen der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) verfügt. Die Kommunikation per mail reichte aus.

Wie waren die Reaktionen der Schulungsteilnehmer auf die Teilnehmer mit kognitiven Einschränkungen?

Es gab für die Teilnehmerinnen der HAA ein großes Verständnis und es entwickelten sich keine Konflikte. Sie waren anerkannter und normaler Bestandteile der Schulung.

Bericht in der BAG UB Impulse No 81

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Bericht finden Sie direkt unter dem Artikel als PDF zum Download.

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